Sonntag, 29.7.2007
Auch dieses Jahr trafen nach und nach am Sonntag eine stattliche Anzahl junger
Idealisten beim Vereinshaus in Sisiellma ein. Alle? Nein, nicht alle. Bereits
am Samstag ist Joe Gilli – Zimmermann in Personalunion – in Cauco
eingetroffen. Er hatte eine Mission und viel Material und Arbeitswerkzeuge dabei.
Dieses Jahr soll es ein neues, aufstellbares und wieder entfernbares Vordach
über dem Vorplatz geben, auf dem wir jeweils Essen. Das Vordach bietet
Schutz gegen Sonne und Regen. Am Sonntagabend stand das Vordach bereits. Nur
einige Pfosten mussten noch zementiert werden, antrocknen und basta! Bereits
zum Abendessen konnten wir uns unter der neuen Errungenschaft stärken und
über die Konstruktion fachsimpeln. Herzliches Dankeschön an Joe.
Montag, 30.7.2007
Tagwache 6h15. Auch dieses Jahr hatten wir ein volles Arbeitsprogramm. Drum
raus aus den Federn. Welch schöner Morgen. Nach einigen Lagern mit viel
Nass vom Himmel, startete diese Woche mit einem Sonnentag. Nur ganz hinten im
Tal sah man, dass der Nordföhn das schlechte Wetter auf der Alpennordseite
etwas über die Bergspitzen nach Süden zu drücken vermochte. Und
es sollte erst der Anfang sein einer Lagerwoche mit idealen Bedingungen.
Auch dieses Jahr verfolgten wir die Strategie der Gruppeneinteilungen, die sich
in den letzten Jahren bewährt hatte. Eine Gruppe mit 5 Leuten marschierte
um 7 Uhr los Richtung Höhenweg über Stabiel, Cort di Settel, Alpe
di Fora mit Ziel Pian di Renten. Es galt, diesen Teil des Höhenwegs zu
begehen und bei Bedarf Ausbesserungen vorzunehmen. Mit Pickel, Baumscheren,
Sagen und Gertel bewaffnet, machten wir uns auf diesen langen Wegmarsch. Der
Weg war in einem guten Zustand. Ab und an mussten kurze Strecken neu trassiert
oder Übergänge in Runsen mit Steinplatten besser begehbar gemacht
werden. Die Hauptarbeiten lagen jedoch beim Zurückschneiden von Sträuchern.
Endlich erreichten wir um 16 Uhr Alpe Fora, wo wir uns ein schönes Bier
gönnten. Doch damit noch nicht Schluss. Bis zum Passo di Renten und etwas
runter Richtung St. Maria musste noch ausgebessert werden. Mit strammen Schritten
schafften wir es trotzdem noch um 19 Uhr zurück in Sisiellma zum Abendessen
zurückzusein.
Eine zweite Gruppe widmete sich dem Heuen und Grasschneiden ums Vereinshaus
in Sisiellma, und hoch nach Artoalla. Die neuen Gesichter in der Gruppe wurden
dabei vom Chef persönlich eingeführt und angelehrt. Dabei wurden auch
Wegmauern ausgebessert und Weidgatter auf dem Wanderweg montiert, der durch
eine Ziegenweide runter nach Lasciallo führt. Die Weidgatter erleichtern
den Durchgang durch die Weide enorm und machen das lästige Öffnen
und Schliessen der Elektrozäune nun überflüssig.
Die Mühen und Strapazen des Tages liessen sich vergessen bei einem feinen
Znacht und gemütlichem Beisammensitzen. Danke an den Küchenchef für
die vorzügliche Kost!
Dienstag, 31.7.2007
Auch heute wiederum ein Traumtag. Ideal um Arbeiten anzupacken, die trockenes
Wetter voraussetzen. Wir teilten uns in drei Gruppen auf. Die eine Gruppe fuhr
runter in Tal um den Wanderweg von Selma nach Arvigo entlang der Calancasca
auszubessern. Von einem Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen, mussten einige
unterspülte und eingefallene Stellen ausgebessert und Brombeerstauden zurückgeschnitten
werden.
Eine andere Gruppe ging Richtung Bersac – Cort di Settel los: Mission
Holzen. Acht grosse Bäume sind bei einem letztjährigen Sturm über
den Wanderweg gefallen und erschwerten den Durchgang. Ausgerüstet mit Motorsäge
wurde der Wanderweg wieder passierbar gemacht.
Die dritte Gruppe arbeitete bei Sisiellma, Lasciallo und Artoallo: Es galt Wegmauern
auszubessern, den Wanderweg von Cauco nach La Motta neu zu markieren und die
Feuerstelle beim Haus in Sisiellma für künftige kulinarische Höhenflüge
zu verbessern.
Am Nachmittag war Heuen mit Giacomo angesagt, der und am Abend mit 8 Litern
Wein und ein paar Kilo Fleisch reichlich belohnte. Vielen Dank, Giacomo.
Mittwoch, 1.8.2007
Am Nationalfeiertag standen verschiedene kleinere Arbeiten auf dem Programm.
Wie gewohnt gab es Frühstück um 6.30 Uhr und schon kurz nach 7 Uhr
ging es dann los. Eine Gruppe von 3 Personen befreite den Wasserkanal zwischen
Artoalla und Sisiellma von Steinen und Erdmaterial um den Wasserfluss im Kanal
wieder herzustellen. Einige Stellen des Kanals wurden repariert und ausgebessert.
Eine Zweiergruppe erstellte ein Gatter auf dem Weg zwischen Sisiellma und Lasciallo
und reparierte anschliessend die Steinmauern entlang dieses Weges. Der grösste
Arbeitsposten des Tages war das Renovieren der eindrücklichen Ackerterrassenanlage
gleich oberhalb der Kapelle von Lasciallo. Schon im letzen Jahr begann man mit
dem Wiederherstellen der Ackerterrassen. Sechs Personen stellten nun die Trockenmauern
in Stande, schnitten Haselstauden zurück und mähten die Terrassen
(der harte Einsatz forderte von den zwei Sensen das Letzte ab; zum Glück
konnten sie von Josef fachmännisch repariert werden!). Am Nachmittag stand
Heuen wieder auf dem Programm. Vier Personen halfen tatkräftig mit beim
Rechen, so dass das Heu anschliessend maschinell aufgeladen werden konnte.
Donnerstag und Freitag, 2.&3.8.2007
Die letzten beiden Tage des Lagerns sind hauptsächlich den Arbeiten in
den Ackerterrassen gewidmet. Bäume werden gefällt, Sträucher
entbuscht und die Ackerflächen von Steinen befreit. Mauern werden ausgebessert
und teils neu erstellt. Zudem braucht es auch wieder Zugangswege zu den Terrassen.
Sogar die Winde zum Heben von Steinen und Ausreissen von Wurzelwerk kam zum
Einsatz. Die Ackerterrassen nehmen langsam Form an und nähern sich immer
mehr unseren Vorstellungen.